Grigio, Verde, Azzurro, Blu oder Rosso – die originalen Vespa-Farben gehören heute genauso zur Geschichte eines Modells wie Motor, Rahmennummer und Baujahr.
Diese Frage stellt sich spätestens bei der Restaurierung einer klassischen Vespa. Denn die heute sichtbare Lackierung muss nicht zwangsläufig der Farbe entsprechen, mit der das Fahrzeug einst das Werk verlassen hat.
Vespa wurden im Laufe ihres Lebens häufig neu lackiert. Unter der aktuellen Lackierung können deshalb noch ältere Farbschichten oder sogar der ursprüngliche Werkslack verborgen sein.
Für viele historische Modelle sind Farbnamen, Lackcodes und teilweise sogar Zuordnungen zu Baujahren und Rahmennummernbereichen dokumentiert.
Besonders häufig begegnet man dabei den historischen Max-Meyer-Farbcodes.
Als Originalfarbe bezeichnet man die Lackierung, in der eine Vespa ursprünglich produziert wurde.
Bei einem unrestaurierten Fahrzeug kann dieser sogenannte O-Lack noch vollständig vorhanden sein. Häufig findet man ihn jedoch nur noch an geschützten Stellen.
Bei historischen Fahrzeugen erzählt der Originallack einen Teil der Geschichte. Kleine Kratzer, Gebrauchsspuren und Patina können deshalb durchaus erwünscht sein.
Eine alte Vespa in gut erhaltenem Originallack kann für Sammler interessanter sein als ein technisch identisches Fahrzeug mit perfekter moderner Neulackierung.
Bei der Recherche historischer Vespa-Farben begegnet man immer wieder dem Namen Max Meyer.
Historische Lacktabellen führen zahlreiche Vespa-Farben mit entsprechenden Max-Meyer-Nummern. Diese Codes sind heute eine wichtige Referenz bei der Restaurierung klassischer Fahrzeuge.
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Historische Farbbezeichnung und Max-Meyer-Code.
Die ersten Vespa waren farblich deutlich zurückhaltender als viele spätere Modelle. Grau-, Grün- und Metallic-Töne prägten die frühen Produktionsjahre.
| Modell | Jahr | Typ / Serie | Originalfarbe | Farbcode |
|---|---|---|---|---|
| Vespa 98 | 1946 | 1. Serie | Grigio | 8003M |
| Vespa 98 | 1946 | 2. Serie | Grigio Metallizzato | 8000M |
| Vespa 98 | 1947 | 3./4. Serie | Grigio Metallizzato | 8000M |
| Vespa 125 | 1948 | V1T | Verde Metallizzato | 6000M |
| Vespa 125 | 1949 | V2T / V14T | Verde Metallizzato | 6000M |
| Vespa 125 | 1950 | V15T | Verde Metallizzato | 6000M |
| Vespa 125 | 1950–1952 | V30T–V33T | Verde Metallizzato | 6002M |
| Vespa 125 U | 1953 | VU1T | Verde Pastello 334 | 1.298.6334 |
| Vespa 125 | 1952–1953 | VM1T | Grigio Pastello | 15048 |
| Vespa 125 | 1953–1954 | VM2T | Grigio Pastello | 15048 |
| Vespa 150 GS | 1954–1956 | VS1T | Grigio Metallizzato | 15005 |
Gerade bei den frühen Vespa kann die Zuordnung noch genauer werden: teilweise lassen sich Farbwechsel sogar anhand bestimmter Fahrgestellnummernbereiche eingrenzen.
Mehr zu diesen Modellen: Vespa Wideframe .
Mit zunehmender Modellvielfalt wurde auch die Farbpalette deutlich umfangreicher. Neben Grau und Grün kamen Blau-, Rot-, Orange-, Gelb-, Weiss- und Metallic-Töne hinzu.
Metallic-Farben spielen bereits bei sehr frühen Vespa eine Rolle. Später entstanden zahlreiche weitere Metallic-Töne.
Bei Metallic-Lacken beeinflussen nicht nur die Farbpigmente den Eindruck. Auch Metallpartikel, Lackaufbau, Spritztechnik, Klarlack, Lichteinfall und Betrachtungswinkel verändern die Wirkung.
Ein historischer Metallic-Ton lässt sich deshalb auf einem Bildschirm besonders schlecht originalgetreu darstellen.
Eine heute rote Vespa muss nicht rot ausgeliefert worden sein. Deshalb lohnt es sich, systematisch vorzugehen.
Bei einer historischen Lackuntersuchung ist nicht nur der Decklack interessant. Auch die darunter liegende Grundierung kann Hinweise liefern.
Für zahlreiche frühe Vespa ist beispielsweise eine rötliche Grundierung dokumentiert.
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Diese Grundierung ist für zahlreiche frühe Vespa-Modelle in historischen Farblisten dokumentiert.
Beim vorsichtigen Freilegen verschiedener Lackschichten können deshalb Decklack, ältere Nachlackierungen und Grundierung sichtbar werden.
Nicht jede alte Lackierung muss automatisch entfernt werden. Gerade bei seltenen klassischen Vespa kann ein erhaltener Originallack einen besonderen Reiz haben.
Die Entscheidung hängt stark vom Zustand des vorhandenen Lacks und vom Ziel der Restaurierung ab.
Eine seltene Vespa mit brauchbarem Originallack sollte deshalb nicht vorschnell komplett entlackt werden.
Die folgende Übersicht zeigt einige bekannte Farbbezeichnungen und historische Max-Meyer-Codes. Sie ist bewusst noch keine vollständige Modell-Farb-Datenbank.
| Farbe | Bezeichnung | Max Meyer |
|---|---|---|
| Argento Metallizzato 103 | 1.268.0103 |
|
| Chiaro di Luna Metallizzato 108 | 1.268.0108 |
|
| Azzurro Metallizzato 110 | 1.268.0110 |
|
| Blu 210 | 1.298.7210 |
|
| Blu Medio 213 | 1.298.7213 |
|
| Blu Pavone 220 | 1.298.7220 |
|
| Blu 230 | 1.298.7230 |
Farbe ist auch bei modernen Vespa ein wesentlicher Bestandteil des Designs. Neben klassischen Tönen erscheinen regelmässig neue Farben und spezielle Lackierungen für Sondermodelle.
Zum 80-jährigen Vespa-Jubiläum verwendet Piaggio die exklusive Pastellfarbe Verde 80th.
Die Farbe ist von den frühen einfarbigen Vespa inspiriert und verbindet damit die aktuelle Modellgeneration bewusst mit den Ursprüngen von 1946.
Verde 80th wird unter anderem für die Jubiläumsversionen der Primavera 80th und GTS 80th verwendet.
Damit schliesst sich 2026 ein schöner Kreis: Die Farbe bleibt auch acht Jahrzehnte nach der ersten Vespa ein wichtiger Teil ihrer Identität.
Mehr zu den aktuellen Generationen: Moderne Vespa .
Langfristig soll dieser Bereich zu einer umfangreichen Übersicht der Vespa-Originalfarben werden – mit Modell, Baujahr, Typencode, Farbbezeichnung und historischem Farbcode.
Dabei sollen nur Farbangaben aufgenommen werden, die sich ausreichend zuverlässig einem Modell beziehungsweise Produktionszeitraum zuordnen lassen.